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Kaiser Karl I – Vorbild, Inspiration
Seligsprechung - 3. 10. 2004 - Rom

IMG_2738_300Ein Mann des Friedens mitten im Krieg,
ein Mann der Liebe zu seinem Land, seinen Völkern, seiner Familie, oft selbst zu den Feinden,
aber auch ein Mann der Liebe zu Maria, Jesus Christus, Gott,
ein Mann oft unverstanden gestern und heute,
ein Mann der Treue zu seiner Aufgabe und seinem Gott, bis zum letzten Atemzug.

 

Seligsprechung gerechtfertigt oder nicht?

Die Frage, in den Medien oft das einzig Wichtige, verfehlt das Thema.

Wenn der Papst jemanden als Vorbild hinstellt, dann deshalb, weil es bereits eine große Gruppe gibt, für die dieser Mensch bereits seit langem Inspiration ist, auf ihrem Weg durchs Leben, auf ihrem Weg zu Gott. Diese Quelle wird durch die Anerkennung der Kirche noch einem größeren Kreis zugängig.

Die einzige Frage dabei kann nur sein: Wie kann ich die eine oder andere beispielhafte Haltung, die dieser Mensch gehabt hat, in mein Leben einbauen oder mehr vertiefen.

Ich denke, wir können uns alle überlegen, wie wir noch mehr zum Frieden in der Welt beitragen können, durch unser Denken, Reden und Tun. Das fängt im Familien-, Bekannten-  und Nachbarschaftskreis an, schließt schließlich alle ein, die in unserem Land und irgendwo auf der Welt leben.

Liebe - wie nötig ist sie in unserer Welt! Wenn wir nur jede und jeder in unserem Bereich ein Stück mehr Verstehen aufbringen würden, und daraus ein Stück mehr Liebe, bedingungslos, würde es nicht um vieles besser in unserer Welt aussehen?

Die Beziehung zu Maria, Jesus Christus, und Gott vertiefen, wenn wir sie haben, würde uns jedenfalls mehr in den Frieden und die Liebe hineinziehen, die wir dann auch weiter ausstrahlen würden.

Kritik ist kein Beitrag zum Frieden, auch nicht zur Liebe, aber oft ein willkommener Grund, die hilfreiche Änderung im eigenen Leben nicht in Betracht zu ziehen.

Hast du überhaupt keine Beziehung zu Gott, und hier herein gelesen, so ist Dir vielleicht Humanität erstrebenswert, die jedenfalls auch Liebe und Verstehen beinhaltet. Alles Gute, das wir irgendwie zu dieser Welt beitragen, macht unser Zusammenleben harmonischer, und wird letztlich auch den Frieden möglich machen, den wir uns doch alle wünschen.

Die Seligsprechung Kaiser Karls hat diese mir selbst so wichtigen Ziele wieder enorm verstärkt. Dazu spürte ich die Kraft dieses Mannes von seinem Bild ausgehen, und fühlte mich mit ihm eins in Gott und diesen Werten.

Eine Sudetendeutsche saß neben mir im Bus, als wir von der Messe in Maria Maggiore am Tag nach der Seligsprechung zum Petersplatz fuhren. Sie wohnt in München, war gerade in Rom auf Urlaub gewesen und hatte von der Seligsprechung erfahren. „Wir waren ja auch Österreicher“, betonte sie, und freute sich, auf diese Art und Weise mit ihren Eltern und Ahnen verbunden zu sein. Auch sie bewegte das Bild des Kaisers. „Diese Augen!“, rief sie aus. Sie ließen in ihr keinen Zweifel, dass hier ein außergewöhnlicher Mann geehrt wurde.

Ein Leben in der Liebe zu Maria, Christus, Gott, das vom Kaiser von allen, die ihn kannten, bezeugt wird (ein anderes Mal mehr darüber), pflege ich selbst von Kindheit an, und bin ständig daran, es zu vertiefen. In 30 Jahren Yoga und Meditation wuchs weiter, was ich in Kindheit und Jugend dank wertvoller Vorbilder schon damals grundlegen konnte. Einige Gedanken und eine Anleitung in diese Richtung hier.

Wie entstand nun meine persönliche Beziehung zu dem Kaiser?

Erst vor 20 Jahren habe ich angeregt durch ein Rätsel eine Biographie von ihm gelesen, und staunte sehr, was das für ein imponierender Mann war. Weder in der Schule, noch sonst wo, hatte ich jemals etwas von ihm erfahren. Selbst den
Europa-Gedanken, der meine Jugendzeit in der Katholischen Arbeiterjugend bewegt hat, fand ich bei Kaiser Karl schon ausgearbeitet. Unser Europa-Lied von damals, das wir beim Europa-Rallye 1964 sangen, ist heute aktueller denn je. Und wie wir richtig sangen, waren wir „als gute Freunde der Zeit ein Stück voraus“.

Als ich 1990 von Amerika zurück kam, konnte ich kurz darauf Otto von Habsburg in unserem Haus der Begegnung in Eisenstadt reden hören. Damit war ich von einem weiteren Habsburger äußerst beeindruckt, der noch dazu der Sohn von Kaiser Karl war. Unmittelbar trat ich der Paneuropa-Bewegung bei, deren Präsident Otto von Habsburg war. Es war mir ein Bedürfnis, alles zu unterstützen, das dieser großartige Mensch in die Wege leitet. So bekam ich immer mehr Beziehung zum Haus Habsburg und die Wertschätzung wuchs.

Selbst nach dem 2. Weltkrieg war Otto von Habsburg und seine Familie von Amerika aus für Österreich tätig. Und was wäre unser Tourismus ohne die Schätze der Monarchie? Es wäre nur angebracht, das wirklich zu werten.

Fotogalerien - Seligsprechung 3. 10. 2004

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