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CARMEN - Monumentaloper auf der größten Naturbühne Europas
Mit der Oper „Carmen“ von Georges Bizet ist Spanien, und im Speziellen Sevilla, in den Römersteinbruch St. Margarethen im Burgenland,
eingezogen. Die wieder prachtvoll aufgebaute Kulisse zeigt eindeutig Bauten der spanischen Stadt. Multitalent Manfred Waba, ein burgenländischer Künstler, der sich seit Beginn der
Opernfestspiele immer neu mit seinen Bühnenbildern übertrifft, hat wieder ganze Arbeit geleistet.
Besucheranzahl schnellt auf 200.000
Voraussichtlich werden heuer 200.000 Besucher das Meisterwerk „Carmen“ von Georges Bizet an 40 Abenden bis zum 28. August
miterleben können. Binnen weniger Jahre haben sich die Opernfestspiele an der dritten Stelle der Open-Air-Opernfestivals in Europa platziert und
sind somit zum Fixstern am Himmel der europäischen Sommerfestivals geworden. Intendant Wolfgang Werner kann auf eine tolle Entwicklung seiner Unternehmung blicken: Innerhalb von nur neun Jahren
gelang es, die Besucherzahlen von 11.000 im ersten Jahr auf 200.000, zu steigern. Zum Vergleich: Auch die Bregenzer Festspiele werden heuer diese Zahl erreichen, nach fast 60 Jahren! „Ein Erfolg, der sich sehen
lassen kann“, meint Werner, „denn das Publikum ist der schärfste Kritiker. Die steigenden Besucherzahlen zeigen, dass unser Konzept und die Produktionen in jeder Hinsicht gut ankommen“. Das große Besucherinteresse gab Anlass dazu,
die Sitzplatzkapazitäten heuer von 4.245 auf 4.689 Plätze zu erweitern. Der sympathische Wolfgang Werner schätzt sein Publikum aber auch. Darauf angesprochen, dass
er bei jeder Vorstellung persönlich begrüßt, betonte er: „Es ist mir ein Bedürfnis, es ist ja mein Publikum.“ Als Werner bei der Premiere erklärte, dass diese Aufführung
eine besondere sei, gab selbst der Himmel seinen feuchten Segen dazu! Der Regen hielt sich jedoch in Grenzen, mit teilweise mitgebrachtem und teilweise schnell verkauftem
Regenschutz waren die kleinen Schauer zwischendurch gut auszuhalten. Selbst die brennenden Fackeln auf den Häusern löschten die Wasser von oben nicht aus.
Das Besondere an der Oper ist jedoch, dass diese Carmen die Originalfassung von Georges Bizet ist. Der arrivierte Staatsoperndirigent Prof. Ernst Märzendorfer, in dessen Händen die
musikalische Leitung im heurigen Jahr wieder liegt, betonte, dass er sich besonders freute, dass er dafür engagiert wurde, und immer nur diese Version dirigieren würde.
Erster Erfolg für Carmen in Wien
Bizet, der vor 130 Jahren diese Welt verließ, konnte den Erfolg seiner „Carmen“ nur mehr aus anderen
Sphären erleben, er starb 36-jährig im Juni 1875, und hatte bis dahin nur Kritik an diesem Werk seiner letzten Zeit erfahren. Das Schmugglermilieu Sevillas, auch
politisch brisant, war nicht das, was sich die Menschen, und allen voran die Kunstkritiker, damals auf der Opernbühne wünschten. Die erste bejubelte Aufführung fand im Oktober darauf in Wien statt.
Die Besetzung
Regie führt im Römersteinbruch in diesem Jahr Gianfranco de Bosio. Mit Nadia Krasteva (Carmen),
Aleksandrs Antonenko (Don Jose) und Sebastian Holecek (Escamillo) ist die Besetzung für „Carmen“ absolut hochkarätig. Auch die Zweitbesetzungen werden dem hohen Anspruch gerecht.
Orchester und Chor stellte das Nationaltheater Brünn in Zusammenarbeit mit den Opernfestspielen St. Margarethen, das Ballett war aus Spanien importiert: Español De Valencia, die
Esterhazy-Husaren, unter der Leitung von Oberstleutnant Zoltan Kickinger, belebten die Bühne mit gekonnten Reiteinlagen, der EU-Jugendchor unter der Leitung von Engelbert Tihanyi
mischte ebenfalls mit. Die Eltern der Jugendlichen aus Großhöflein, die sowieso als Chauffeure fungieren mussten, spielten rationellerweise gleich als Statisten mit. Auch
diese breiten Massen wurden schon vielfach gelobt, weil sie so lebendig mitwirken. Auch ein Zeichen, dass die Atmosphäre stimmt. Wolfgang
Werner ist sehr kooperativ, er lässt jeden Willigen mitmachen, ob er nur einmal in der Woche kommen kann oder zu jeder Aufführung.
Eine bewegende Handlung
Die Geschichte von Liebe und Liebelei, Eifersucht, Leidenschaft und Gewalt, aber auch Treue und Gefühlen, kam auf der 7.000 m² großen
Naturbühne, der größten Europas, enorm zur Wirkung. Carmen, die Frau, die mit den Gefühlen der Männer spielt, und selbst zu
jeder Gewalt bereit ist, fällt schließlich der Eifersucht und Aggression des Polizisten Don Jose zum Opfer, der ihr, von ihr betört, davor die Freiheit geschenkt hatte.
Besonders berührende Szenen
Das Mädchen aus der Heimat Don Joses, Micaela, das mit seiner klaren Sopran-Stimme von dem blau angestrahlten Felsen singt, der imposante
Torero Escamillo, der in seiner Prachtkleidung auf den Tisch springt und seine Arie hinaus schmettert, später seine letzte Arie mit Carmen, die
Schmuggler, die sich langsam und lautlos von den Felsen herunter lassen, Carmen, die überzeugt ist, das „die Liebe vom Zigeuner stammt.“ Aber
welches ist ihre Vorstellung von Liebe? Schließlich die letzte Szene, in der sich Don Jose reumütig über seine verlorene Liebste wirft, die er soeben ermordet hat.
Empfang danach
Nach der Vorführung lud Wolfgang Werner die Ehrengäste zu einem Imbiss auf die Bühne ein. Zwei seiner langjährigen Mitwirkenden
ehrte er mit einem Oskar: Manfred Waba, und den Staatsoperndirigenten Prof. Ernst Märzendorfer, der bereits wiederholt die musikalische Leitung der Festspiele übernommen hatte. Eines Dritten gedachte
Wolfgang Werner jedoch ebenfalls: Harald Landl, der acht Jahre das Management der Spiele leitete, kam 38-jährig am Heiligen Abend 2004 in Malaysia durch einen
Unfall ums Leben. Harry, du freust dich sicher mit uns von einer anderen Ebene aus – danke für alles, was du für die Festspiele und unsere Welt im Ganzen, getan hast!
Einem anderen ist bereits beim Eingang ein Denkmal gesetzt, der mit seinen Einführungsbeiträgen enorm zur
Popularität der Opernfestspiele beigetragen hat: Marcel Prawy.
Oper für alle und herausragender Erfolg
Seit Jahren können die Opernfestspiele St. Margarethen eine 100% Auslastung aller Veranstaltungen verzeichnen. Auch die Kinderoper
in der Opernwerkstatt und die Reihe „Römersteinbruch exklusiv“ stoßen beim Publikum auf größte Resonanz. Ohne die öffentliche Hand zu
belasten wurde dabei auch das Finanzvolumen für die Produktionen kontinuierlich gesteigert: im Jahr 1999 lag es noch bei 1,82 Mio. Euro,
2002 schon bei 2,98 Mio. Euro und heuer sind es knapp 6 Mio. Euro. Das Unternehmen schreibt eine einmalige Erfolgsgeschichte – mit allen
Effekten, die für das wirtschaftliche und kulturelle Leben im Burgenland und für Österreich dadurch entstehen. Der „elitäre“ Charakter einer klassischen
Oper wird in St. Margarethen entschärft. Opern werden in einem Umfeld gezeigt, das zum Ziel hat, die Festspiele als „Fest für alle Sinne“ und als „Oper für Jedermann“
, ohne Zwänge, zu präsentieren.
Eisenstadt, 15. 7. 2005
Schon der Empfang beim Eingang war grandios! Von solch’ attraktiven Spaniern lassen sich auch Bundesratspräsident Georg Pehm und Landeshauptmann-Stellvertreter Franz
Steindl gerne überragen.
Auch Landeshauptmann Hans Niessl stellt sich gerne mit den hübschen Spanierinnen vor die Kamera.
Abend im treu nachgebautem Sevilla
Blumen und viel Applaus für die Meisterleistungen
Kollegen unter sich: Sängerin Gräfin Christine Esterhazy (Mitte), die mit ihrem Gatten Graf Endre gekommen war, konnte Nadia Krasteva (Carmen), und Aleksandrs Antonenko
(Don Jose) einige Ratschläge für ihre weitere Karriere geben.
Bernadette Fördös (r.), von den Bezirksblättern, mit Schwester. Eine wertvolle Berichterstatterin in unserem Land! Danke, Berni!
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