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80 Jahre Passionsspiele
                     St. Margarethen im Burgenland

Intensiver als je zuvor erlebte ich dieses Jahr die Passion im alten Römersteinbruch. Was bewegte mich so?  War es, weil ich vor zwei Jahren die Plätze neu erlebt hatte, die Jesus für Sein Leben auf Erden ausgewählt hatte? War es weil ich gerade ein Zwiegespräch von Ihm und James Twyman, dem „Friedenstroubadour“ mitvollziehe? „The Art of Spiritual Peacemaking“ – „Die Kunst des geistigen Friedensstiftens“ – in jedem Satz fühle ich mich selbst angesprochen! War es mein eigenes Weitergewachsensein in die Einheit mit Jesus, in diese Liebe, die alles besser begreifen lässt? Oder bewegte mich der Judas da draußen, der mich an mein eigenes großes Leiden erinnerte, Rainer Achinger, der Neffe meines geschiedenen Mannes? Aber auch vom Christus – Herbert Gabriel – sagten sie, er hat diesmal ganz besonders intensiv gespielt. Vielleicht wirkte alles zusammen. 

Rainer Achinger – ein Judas, der mit seinem intensiven Spiel im Publikum Tränen fließen lässt.

Rainer hat sich mit der Rolle des Judas intensivst auseinandergesetzt, zieht sich vor jedem Auftritt mindestens eine Viertelstunde zurück und lässt sich ganz hinein fallen in seine Rolle. Der junge Mann spielt den Judas ausgezeichnet. Als ich nachher zur Bühne laufe und ihn über die Rampe hinweg mit Tränen in den Augen umarme, taucht neben mir ein Mann auf und bestürmt mich sichtlich erregt, und ebenfalls mit Tränen in den Augen: „Wer ist denn der Judas?“ Äußerlich bescheiden, innerlich schon recht stolz, antworte ich ihm: „Rainer Achinger, mein Neffe!“ Er kann gar nicht genug betonen, wie großartig er Rainers Spiel fand. Er ist Regisseur in Dresden, bei allen Spielen hier, auch bei den Opernfestspielen, und offensichtlich ein Fachmann. Selbst auf Pfarrer Lang ging er danach noch zu, und bat ihn, dem Judas unbedingt zu sagen, wie gut er sei!

Rainer selbst betont immer wieder bescheiden: „Die großartigste Rolle hat Jesus, ich bin nur ein kleines Licht und gut spielen alle.“ Ich versichere ihm, dass er schon dankbar sein darf, dass er so viele Menschen so sehr bewegt.

Die Rolle des Judas, dieses dunklen Gegenspielers zu dem großen Messias, ist kein Leichtes. Verräter sein müssen, aus Unwissenheit, aber trotzdem. Nicht ahnte er, wie anders der Stein rollen würde, als er sich gedacht hatte.

Während ich das schreibe, will draußen im Steinbruch wieder Judas seinem Meister zum großen Durchbruch verhelfen. IHM, der so viele Wunder tat, der Kranke heilte und Tote auferweckte, musste es eine Leichtigkeit sein, diese Pharisäer in den Schatten zu stellen, die Macht an sich zu reißen, die Römer nach Hause zu schicken, und selbst Israel zu regieren. Er, Judas, würde dann mit ihm in vorderster Front stehen. Aber die Rechnung geht nicht auf. Dieses Mal hat der Meister eine andere Aufgabe zu bewältigen, die Rolle des scheinbaren Verlierers, die nur so Erlösung bringt für alle, die sich bewusst oder unbewusst danach sehnen. Jesus weiß besser, obwohl unter Blut schwitzen, dass er diesmal nicht seine Wunderkraft einsetzen soll, nicht seine Königswürde herauskehren soll, nicht die zwölf Legionen Engel rufen soll, die Ihm jederzeit zur Verfügung stehen würden.

Aber Leiden und Sterben ist nur ein Durchgang, wie es auch in unserem Leben immer einer ist. Selbst, wenn wir es hier wieder so lebendig und eindringlich erlebt haben, es ist einfach nur vorübergehend. Jesus weiß, dass diese alle, die auf ihn schauen, als Freunde oder Feinde, schon bald das größere Wunder erleben werden, als die, die ER ihnen schon gezeigt hatte – den Beweis, dass es keinen Tod gibt: Seine strahlende Auferstehung.

„Fürchtet euch nicht“ – „Der Friede sei mit euch“

 „Fürchtet euch nicht“ sagt der Auferstandene den ersten, die damit konfrontiert sind, und sich schwer tun, das zu verstehen. „Fürchtet euch nicht“ ist das erwählte Thema dieser Spiele. Die Angst ist trotzdem in unserer Welt ein treibender Faktor geblieben, ja eher gewachsen. Angst, die völlig flach fallen würde, wenn wir das Gebet Jesu intensiv erleben könnten: das Gebet um die Einheit, wenn wir seinen Gruß jeden Augenblick in uns wirken lassen würden: „Der Friede sei mit euch.“ Keine Angst hat neben diesem Frieden Raum. Wir würden einfach nur den Frieden jeden Augenblick ausstrahlen, und ihn damit aller Welt künden. Dann würden wir den Auftrag Jesu wirklich verstehen.

Ein ganzes Dorf zeigt seit 80 Jahren die ständige Aktualität Jesu

Seit 80 Jahren lassen die Passionsspielerinnen und -spieler in St. Margarethen im Burgenland vor Tausenden das Leben des Gottessohnes ablaufen, der auch uns aufruft zu beten: „Vater unser …“! Töchter und Söhne Gottes von unserer Schaffung an, sind auch wir! Haben wir nicht im Laufe unseres Daseins selbst eine Kluft zwischen der Gottessohnschaft Jesu und unserer eigenen Gotteskindschaft genährt, die eigentlich gar keine wäre?

„Alle sollen eins sein: Wie Du Vater in mir und ich in dir, so sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.“ Joh. 17, 21 - 23

Das spricht nicht von einem kommenden Paradies, sondern von der Vollendung hier, und auch dieses:

"Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater."!!  Joh. 14, 12- 14 

Selbst in der heutigen Zeit wissen Weise und Meister aller Religionen, wie etwa dem Hinduismus, dass diese Einheit möglich ist, diese Vollendung, dieser Liebesaustausch mit diesem Vater-, Freund-, Bruder-Gott, dieser Mutter Freundin Schwester und damit das Erleben eines nie geahnten Bewusstseinszustand. Auch einige der großen Heiligen stießen zu diesem Wissen vor, aber es ist schwer in Worte zu fassen, es kann nur selbst erlebt werden. Die ein oder andere Meditations- oder Yoga-Methode kann Hilfe sein. Auch unsere Wissenschaft weist darauf hin, dass wir erst einen kleinen Teil unseres Potentials benützen, etwa 5 – 10 %. Es bleiben also 90 % und mehr Kluft! Aber sie ist überbrückbar, ein großer Aufbruch ist heute zu spüren. Ein Suchen auf allen Ebenen.

Bei den Spielen von kleinauf

An Hand der Großmutter durfte ich schon 1956 im Saal das erste Mal das Spiel von Leben, Sterben, und Auferstehung Jesu nachempfinden. Franz Unger spielte den Jesus, einmal von seinen 180 Auftritten. 1961, als die Spiele in den Römersteinbruch hinauszogen, hatte ich durch meine Tätigkeit in Jungschar und KAJ schon genug Freundinnen unter den St. Margarethenern, denen ich gerne in das neue Spielareal folgte, zu manchen Proben und dann zur ersten eindrucksvollen Aufführung.

Diese des Sommers 2006 schlug jedoch alles bisher Erlebte.

DANKE

Danke Euch allen, die Ihr mitgewirkt habt, Dir, Pfarrer Georg Lang als Spielleiter und die jedenfalls ausgezeichnete geistige Unterstützung, Dir, Kurt Kugler für die hervorragende Regie, Dir, Thomas Steiner für die bewegende neu komponierte Musik, Dir, Franz Miehl, der Du neben den Aufgaben hier auch die Verbindung zu allen anderen Passionsspielen europaweit organisierst. Euch allen, Spielerinnen und Spieler, und allen hinter und vor den Kulissen, die Ihr einen ganzen Sommer im Einsatz seid, mit Eurer Zeit, Euren Fähigkeiten, und vor allen Dingen mit Eurem Herzen. Danke, Euch, meinen Freunden seit Jahrzehnten, die Ihr vielleicht ein wenig grauer oder gar weißer geworden seid, aber umso herzlicher, und nicht zuletzt Dir, meinem lieben, lieben Rainer. Ich wünsche Euch, dass Ihr die Liebe und den Segen Gottes auch in den Jahren zwischendurch spüren dürft, wie es bei den Aufführungen sicher der Fall war.

Als das Spiel am Schluss in „Großer Gott, wie loben Dich“ mündete, konnte ich nur aus ganzer Seele mitjubeln, und fühlte die Sendung, mit der das Spiel endete, auch in mir wieder neu. „Alles, was ich euch gelehrt habe“ hat Jesus selbst zusammengefasst auf wenige Worte:

 „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken und: „Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst!“ Lk. 10, 27
 

Sehr persönliche Nachwirkungen

Nicht ahnte ich, dass dieser Friede und die Freude, die mich hier vor der Bühne durchdrangen, gleich einen noch lebendigeren Niederschlag in mir finden sollte. Rainer erzählte mir, welch wunderbare Gemeinschaft und Freundschaft unter den Spielern sei, dass jeder jeden unterstützt, und er keinerlei Kritik erlebt. „Die Magretha“ erstrahlten damit auch allgemein in einem neuen Licht für mich. Nur zu gut wusste ich, dass meine negativen Erfahrungen mit den Menschen in dieser Gemeinde, selbst, wenn sie in der Minderheit sind, doch zwischendurch in ein abwertendes Gesamturteil mündeten. Und das, obwohl es so viele Einzelpersonen gibt, die mir überaus lieb sind! – Verzeiht Magretha! – Während mir das noch einmal bewusst wird, das Leid der zerbrochenen Ehe mit Rainers Onkel noch einmal vor mir abläuft, scheint auch der letzte Wermutstropfen zu versiegen.

Wäre diese Ehe nicht gewesen, hätte ich diesen wertvollen Menschen Rainer nicht kennengelernt, an dessen netter Art ich mich schon erfreute, als ich noch gar nicht ahnte, dass er der Neffe meines Verflossenen war, und damit meiner geworden war. Er wusste es ebenso wenig! Aber dann kam der Tag, an dem er mich in seinem Geschäft mit: „Servus Tante“ begrüßte. Ich dachte erst an einen Irrtum. Lachend erklärte er mir die Zusammenhänge. Als er meinen Spitznamen „Gucki“ mitbekommen hatte, dämmerte ihm, dass doch sein Onkel auch mit einer solchen verheiratet war. Wir freuten uns beide daran, uns nach all diesen Jahren wieder gefunden zu haben, war er doch ein kleiner Bub bei meiner Scheidung. In der Folge öffnete sich auch wieder das Tor zu den anderen Familienmitgliedern und Freunden.

Schon unlängst fühlte ich eine weitere Wandlung, als ich durch die Verabschiedung von Elfriede Koller, unserer „Zwölf“, wie wir sie nannten, nach 36 Jahren das erste Mal in diese Kirche kam, in der meine Ehe begann. Die Zwölf war in meiner unmittelbaren Nähe in Eisenstadt groß geworden, und hatte ebenfalls nach St. Margarethen geheiratet. Nun war sie hinüber gegangen in die Ewigkeit. Der Altarraum erstrahlte in leuchtenden Farben im Sonnenlicht, das sich in den bunten Scheiben brach, Altartisch und Muttergottes-Statue umspielte und die Sonnenblumen um sie. Eine tiefe Freude erfüllte mich, ein Abglanz der Freude, in der unsere Zwölferl gerade eingetaucht war. Ich spürte, dass sich Blockaden lösten, die mir erst jetzt bewusst wurden. Rainers Erzählen von dem Wert der Spielgruppe ließ alles erneut zusammenfließen.

Ein Schwall von Liebe und Dankbarkeit ging zu all den „Magrethern“, die auch in ihr Leben das eingebaut haben, das sie nun wieder einen Sommer lang darstellen dürfen, die Liebe Jesu, die alle und alles einschließt und durchdringt.

 Und die wenigen aus der Ortschaft, die mir und auch der einen oder anderen Freundin Schmerz bereitet haben? Sind sie nicht genau die, für die Jesus überhaupt gekommen ist? Sind sie nicht genau die, für die Er – auf der Naturbühne so lebendig und laut hörbar für alle – kräftigst eintrat: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken!“

Die Ehebrecherin: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Jesus schrieb auf dem Boden, und wollte gar nicht sehen, wer nun alles weg ging. Sie gingen alle, einer nach dem anderen. Zumindest waren sie sich ehrlich bewusst, dass sie alle nicht fehlerfrei sind, selbst die sonst oft so selbstherrlichen Pharisäer. „Hat dich keiner verurteilt?“ fragt Jesus, und hat sicher die Frau auf SEINE Weise umgewandelt, mit unendlicher Liebe: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ O Jesus, lass uns das immer gegenwärtig haben!

Wo sonst könnten wir die bedingungslose Liebe lernen, wenn nicht mit den schwierigen Menschen, jenen, die nicht in unsere Norm passen, in unsere Vorstellungen? Diese bedingungslose Liebe schafft und erhält das Universum jeden Augenblick, diese Liebe, die das Wesen Gottes ist, das Wesen Jesu und unser eigenes Wesen, da wir ja nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, und Gott will nichts anderes, als dass wir einschwingen in diese Liebe und mitwirken, diese Welt ständig neu in ihr zu gestalten.

„Selig, die Friedensstifter, sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ In dem Seminar für Geistige Friedensstifter von James Twyman , an dem ich ebenfalls teilnehme, spricht er mit Todd Michael über dessen Buch: „The 12 Conditions of a Miracle“ und macht diese 12 Bedingungen für ein „Wunder“ an Hand der Brotvermehrung bewusst. Jesus brach die Brote, verteilte sie grenzenlos, nichtige, kleine Stücke, die verstandesmäßig nicht drei Menschen sättigen hätten können. „Wunder“ nur ein Hilfswort für uns für einen Vorgang, ein Zusammentreffen, hinter dem eine von Gott geschaffene physikalische Gesetzmäßigkeit steht, die bloß uns noch unbegreifbar ist. Jesus, im Vollbesitz der göttlichen Kräfte und Möglichkeiten konnte diese leicht einsetzen. Aber er wies eben schon vor 2000 Jahren darauf hin, dass diese Kräfte auch in uns stecken, und zum Einsatz kommen WERDEN!

Ja er betont, dass er gekommen ist, um uns klar zu machen, wie unser Leben WIRKLICH aussehen sollte:

„Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“, Joh. 10,10

Wäre es nicht an der Zeit uns Gedanken zu machen, diese Fähigkeiten zu erspüren und einzusetzen? Schon brechen sie ja hier und dort durch, besonders auch bei den Kindern, die jetzt in diese Welt kommen, aber immer ist es noch eine kleine Schar.

Jede, jeder ist von Gott gerufen, diese Schar zu vermehren. Unsere Sendung geht besonders auch zu jenen, die uns neben uns aufregen, das schwierige Kind, der unfähige Lehrer, die überhebliche Kollegin, der gereizte Chef, die aufreibende Tante, vielleicht sogar die Schwester oder Mutter, mit denen wir sooft nicht zurecht kommen. Sie alle sehnen sich nach Frieden und der Einheit mit Gott, von der Jesus spricht. Je mehr uns diese durchdringen, je mehr werden wir sie ausstrahlen in unser Umfeld, in alle Krisenherde und zu allen Menschen der Welt, ins ganze Universum, und begreifen, dass nichts anderes Realität ist, als diese Liebe und diese Einheit.

Diese innere Kraft wird Wunder wirken, noch größere als sie Jesus getan hat, weil unser Bewusstsein weiter gewachsen ist und wir empfänglicher geworden sind für die feinen Schwingungen Gottes. Unsere Technik ist ein erster Ausdruck, die heute selbstverständlich macht, was gestern noch als Wunder galt. Morgen wird uns noch mehr möglich sein. In jede kleine Handlung des Alltags, in jede Blume, in jeden Vogel, in jeden Grashalm, in jede Begegnung können wir diese Kraft, diese Liebe, diesen inneren Frieden Gottes, die in uns wirken, hineinstrahlen, und werden ein Wunder der Verwandlung erleben.  

Hinhören auf Gott - mindestens eine halbe Stunde am Tag

Pfarrer Georg Lang zitierte in seiner Begrüßungsrede Franz von Sales: „Jeden Tag eine halbe Stunde auf Gott hinhören ist nötig, außer wenn man viel zu tun hat, dann ist eine ganze Stunde nötig.“ Ich habe besonders viel zu tun, ich nehme mir daher in der Früh und am Abend eine Stunde. Aber das Hinhören klappt ja auch nicht so nahtlos die ganze Stunde, zu vehement ist die Kraft der Gedanken. Yogamethoden helfen mir, eine davon ist ähnlich einem alten Gebet in unserem Gotteslob, dem immerwährenden Jesus-Gebet, Nr. 6, Seite 28.
http://www.genie-dimensionen.net/Genie -Dimensionen/Meditation/meditation.html

Im Feiern nach dem Spiel brach immer wieder humorvoll dem Jesus Herbert Gabriel gegenüber der Satz aus den Spielern heraus: „Welche Lehre, welche Weisheit, welche Kraft in seinen Worten.“ Spüren wir sie auf, lassen wir sie immer mehr auf uns wirken, lassen wie sie immer mehr durch UNS wirken.

Eisenstadt, 13. Aug. 2006    INGRID MARIA LINHART

 

WENN ES NUR EINMAL SO GANZ STILLE WÄRE.

Wenn alles Zufällige und Ungefähre
Verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
Und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

RAINER MARIA RILKE

 

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