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Prof. JOSEF BAUER
1. 3. 1932 - 22. 1. 2008

Chefredakteur der Wiener Kirchenzeitung i. R.,
davor Pfarrer in Apetlon,
davor Diözesanseelsorger der KAJ -
der Katholischen Arbeiterjugend

Danke, danke, danke Josef!

Diese Zeilen habe ich als Leserbrief an die Eisenstädter Kirchenzeitung geschickt. Teilweise wurden sie gedruckt. -----------------

  Josef Bauer, Chefredakteur der KZ, liebevoller Familienvater und davor ebenfalls liebevoller, inspirierender Priester, ist hinüber gegangen in die andere Welt. Danke Wiener Redaktion für den bewegenden Nachruf! Auch ich durfte ein großes Stück des „seelsorgenden“ Teils unseres Josef erleben, und es drängt mich, hier, in seiner Heimat, noch ein paar Worte des Dankes zu schreiben.

  Lieber Josef, Hadschi (ein Pilger, der in Mekka war) nannten wir Dich, weil Du in jungen Jahren die Karl Mays verschlungen hattest – auch ich hatte schon 50 hinter mir, als Du in mein Leben tratst. Das machte Dich schon gleich zusätzlich sympathisch. Nun hast Du Deine letzte Hadsch angetreten, in ein Heiligtum, das jedes irdische übertrifft. Dort wirst Du von DEM in die Arme genommen worden sein, der Dein uns allen so wertvoll gewordenes Wesen in Dich hinein gelegt hat. Tausend Dank, dass Du es so wunderbar weiterentwickelt hast.

  Wir von der KAJ – und ich bin überzeugt, dass ich gut im Namen aller sprechen kann, die Dich kannten, die Du je innerlich berührt hast – schätzten Dich als Diözesanseelsorger. Selbst ergriffen von den Werten, die uns unser „Vater Cardijn“, der spätere Kardinal, vermittelte, konntest Du diese Wahrheiten leicht in uns hinein senken. Unsere persönliche und göttliche Würde, dass wir alle Söhne und Töchter Gottes sind, nicht Sklaven, nicht Maschinen, nicht Lasttiere, dass jede unserer Handlungen vom morgendlichen Zähneputzen, über all unsere Tätigkeiten in Fabrik, Büro, Krankenhaus, Haushalt, bis hin zu unserer Freizeitgestaltung, Mitarbeit am Werk Gottes sind, all das hast Du uns so zusätzlich verständlich gemacht durch Dein liebevolles, verstehendes Wesen.

  Du warst aber auch mein Beichtvater. Ich war damals noch ein recht heiterer Typ, um es gelinde zu sagen. Einmal brachte ich Dich zu einem leichten Zornesausbruch, als ich in der Kärtnerstraße immer noch blödelte, und Du doch schon längst mit der „Heimstunde“ anfangen wolltest. In der nächsten Beichte hast Du Dich dafür entschuldigt. Immer hast Du mir danach ein Kreuzerl auf die Stirn gezeichnet, in das Du die ganze Liebe Gottes hineingelegt hast, die durch Dich floss, das tat so gut.

  Dann kam 1965 die Frage, ob ich nicht die Nachfolgerin von Gerti, Deiner späteren Frau, als Diözesansekretärin der KAJ werden wollte. Ich sagte zu, und begriff bald, dass eine Beziehung in Dein Leben getreten war, die nach einigen Jahren in eine Familie münden sollte. Danke Josef, dass Du auch diesen Schritt nach Deinem inneren Empfinden und mit Verantwortungsbewusstsein gegangen bist, obwohl Du vieles Wertvolle, und all die Menschen, denen Du ein Vater geworden warst, hinter Dich lassen musstest, was zu der Zeit äußerst schwierig war. Du bist allerdings dadurch in meine weitere Verwandtschaft gekommen, eine zusätzliche Freude für mich. Ein Familientreffen vor einem Jahr ließ uns das nochmals genießen.

  Als ich von Los Angeles zurück kam (sechs Jahre war ich dort), wo ich mich zur Journalistin entwickelt hatte, war mein erster Weg zu Dir mit der Frage, ob ich nicht vielleicht für die Kirchenzeitung schreiben könnte. Nachdem Du meine „Werke“ angeschaut hattest, meintest Du: „Das ist gut, Du kannst gerne das ein oder andere schicken, und Jonny wird auch eine Freude haben, wenn Du für ihn schreibst.“ So geschah es dann auch, und dadurch lest ihr alle zeitweise meine Ergüsse!

   Danke, danke, danke, lieber Josef, und lass uns ein bisschen teilhaben, an der Freude, dem Frieden und der Liebe, die Du da drüben genießt,

 

Deine Gucki
 

P.S.: Euch allen in seiner Familie, die Ihr wohl doch erst mal den Verlust erlebt, versichere ich gerne, dass wir, viele Eurer Freunde, schon ständig für Euch alle gebetet haben, und es weiterhin tun werden.
 

Eisenstadt, 27. 1. 2008                      Ingrid Maria Linhart, Eisenstadt

Josef, seine Frau Gerti und ihre Schwester Heli Artner beim Geschwisterkindertreffen Wagner-Artner-Pinter in Deutschkreutz im Jänner 2007, mehr Fotos in den Fotogalerien, auch unsere Ahnen! Gertis, Helis, der weiteren Artner-Geschwister und meine Urgroßmutter waren Schwestern. Danke nochmals an Susi und Rudi Artner, die ich durch die Lyrikfreunde kennengelernt habe, für das Organisieren dieses ersten Familien-Treffens, bei der es mir möglich war, die teilweise verloren gegangene Verwandtschaft kennenzulernen!

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